Eine Sammlung deutscher Gedichte von & über Frauen - moderne und auch Klassiker; sowohl lang als auch kurz. Lassen Sie diese Frauenlyrik und die Poesie (auch die eher wenig bekannte) auf sich & andere wirken.
Einige einzigartige Beispiele schöner Lyrik die von Frauen verfasst wurde.
- Weltende - Else Lasker-Schüler
- Die eine Klage - Karoline von Günderrode
- Du, weißt du… - Selma Meerbaum-Eisinger
- Abschied - Gertrud Kolmar
- Nicht alle Schmerzen sind heilbar… - Ricarda Huch
- Letzter Versuch - Ada Christen
- Lebensmotto - Louise Aston
- Geht leise - Paula Dehmel
- Am Turme - Annette von Droste-Hülshoff
- Und um die Holzbank duftete der Flieder - Anna Ritter
- Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt - Bettina von Arnim
- Adlersfeld-Ballestrem
- Anna Eufemia Carolina Gräfin von Adlersfeld-Ballestrem (1854 - 1941) war eine deutsche Schriftstellerin. Um 1900 zählte sie zu den bekanntesten deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen. Sie gilt als eine der bedeutendsten Epigoninnen von E. Marlitt.
- Das einzige Lied
- Allerseelen
- Sylvesterglocken
- Ahlefeld
- Charlotte von Ahlefeld (1781 - 1849) war eine deutsche Schriftstellerin. Schon in jungen Jahren begann sie zu schreiben, ihr erster Roman ("Liebe und Trennung oder merkwürdige Geschichte der unglücklichen Liebe zweier fürstlicher Personen jetziger Zeit"; 1798) wurde von Goethe positiv kommentiert.
Im selben Jahr heiratete sie Johann Ritter von Ahlefeld, einen Gutsbesitzer aus Schleswig. Sie trennten sich 1807, lebten aber noch bis 1821 in Schleswig, bis sie nach Weimar zog und sich mit Charlotte von Stein anfreundete. - Glück der Liebe
- Streben in die Ferne
- Hoffnung
- Brun
- Friederike Brun (1765 - 1835) war eine deutsche Schriftstellerin. Mit 18 Jahren heiratete sie den vermögenden dänischen Kaufmann und Diplomaten Constantin Brun. Kurz darauf verlegte das Paar seinen Wohnsitz dauerhaft nach Kopenhagen. Die finanziellen Mittel ihres Mannes ermöglichten es der jungen Frau, häufig durch Europa zu reisen. Meist in Begleitung (natürlich ;-)!) von Louisa von Anhalt-Dessau bzw. dem Dichter Friedrich von Matthisson. Dabei traf sie die großen Intellektuellen und Dichter ihrer Zeit und stand mit ihnen in reger Korrespondenz.
- Ich denke Dein
- Der Wald
- Schwanenlied
- Ebner-Eschenbach
- Freifrau Marie Ebner von Eschenbach (1830 - 1916) war eine österreichische Schriftstellerin. Ihre psychologischen Erzählungen gehören zu den bedeutendsten deutschsprachigen Beiträgen des 19. Jahrhunderts in diesem Genre.
Zu ihren bekanntesten Werken gehören "Aphorismen" (1880) und "Dorf- und Schlossgeschichten" (1883). Letztgenannte enthalten ihre berühmte Novelle "Krambambuli". - Sommermorgen
- Das Schiff
- Ein kleines Lied
- Magst den Tadel noch so fein,
noch so zart bereiten,
weckt er Widerstreiten.
Lob darf ganz geschmacklos sein,
hocherfreut und munter
schlucken sie's hinunter. - Greiffenberg
- Catharina Regina von Greiffenberg (1633 - 1694) war eine in der protestantischen Mystik verwurzelte geistliche Lyrikerin. Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Dichterinnen der Epoche des Barocks.
- Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauf
- Auf die Fruchtbringende Herbst-Zeit
- Gegen Amor
- Kreuzgedicht
- Kempner
- Friederike Kempner (1828 - 1904) war eine deutsch-jüdische Schriftstellerin (zeitlebens unverheiratet). Zu ihrer Zeit war sie als Autorin von Streitschriften, Novellen, Dramen und vor allem von Gedichten bekannt. Die Literaturkritik erklärte Kempner zur Großmeisterin der unfreiwilligen Komik und sie trug die Titel „schlesische Nachtigall“ und „schlesischer Schwan“. Wobei ihr Humor einen deutlich historischen Bezug hat, der heute manchmal nur schwer nachvollziehbar ist.
- Frühling
- Das Meer
- Der Himmel ist blau
Poesie ist Leben,
Prosa ist der Tod,
Engelein umschweben,
Unser täglich Brot.
Und sie schrieb und schrieb so lange,
Bis sie keine Macht mehr stoppte.
Leider nicht viel von Belange
weshalb man sie später foppte.
Ob auch Köter bellen
Und mir Fallen stellen,
Ich kümm’re mich drum nicht
Und mach‘ ein hübsch‘ Gedicht!
Frieden
Immer kämpfen, immer streiten
Und das lohnt doch wahrlich nicht –
Und das Recht hat viele Seiten,
Und der Friede, er ist Pflicht. - Khuenberg
- Sophie von Khuenberg (1863 - 1937) war eine österreichische Journalistin und Lyrikerin.
- Wohin?
- Karneval
- Winterstimmung
- Ein toter Stern
- Veilchen
- Kurs
- Auguste Kurs (ca. 1815 - 1892) war eine deutsche Schriftstellerin und Dichterin.
- In den duftenden Frühling will ich hinaus
- Meine Lust
- Nur eine Stunde im grünen Wald
- Lachmann
- Hedwig Lachmann (1865 - 1918) war eine deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin und Dichterin. Im Jahr 1903 heiratete sie den jüdisch-deutschen Schriftsteller Gustav Landauer. Dieser vertrat unter dem Einfluss von Peter Kropotkin den kommunistischen Anarchismus und den Anarchopazifismus.
- Am Abend
- Unterwegs
- Spaziergang
- Im Schnee
- Christnacht
- Langgässer
- Elisabeth Langgässer (1899 - 1950) war eine deutsche Lehrerin und Schriftstellerin in der Tradition magisch-realistischer Texte der Moderne. In ihrer Kurzgeschichte "Saisonbeginn" (1947) schildert sie auf anschauliche Weise ein deutsches Alpendorf in den 1930er Jahren, das ein Schild aufstellt, das Juden den Zutritt verbietet.
- Die Stimme des Meeres
- Frühling 1946
- Arachne
- Gleichzeitig
- Lingen
- Thekla Lingen (1866 - 1931) war eine deutsche Schriftstellerin, die zunächst Schauspielerin werden wollte. Viele ihrer Texte beeindrucken durch den kritischen & nüchternen Blick, mit dem sie die Liebe analysiert.
- Sommer
- Rosen
- Flirt
- Ehe
- Mann und Weib
- Mereau
- Sophie Friederike Mereau (1770 - 1806) war eine deutsche Schriftstellerin (Epoche der Romantik). Sie war in zweiter Ehe unglücklich mit Clemens Brentano verheiratet. In ihren Texten trat sie für das Recht der Frau auf freie Liebes- und Partnerwahl ein. Sie war eine Zeitgenossin des Philosophen Immanuel Kant.
- In Tränen geh ich nun allein
- Klage
- Das Kind
- Feuerfarb
- Frühling
- An einen Baum am Spalier
- Licht und Schatten
- Einmal lieb' ich, und Einmal leb' ich, unsterbliche Götter!
Wenn ihr das Eine mir raubt, nehmt auch das Andre dahin! - Müller-Jahnke
- Clara Müller-Jahnke (1860 - 1905) war eine deutsche Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin. Sie galt als führende sozialistische Dichterin ihrer Zeit und machte insbesondere mit ihren agitatorischen Arbeitergedichten auf die Lage der Arbeiter und der Frauen aufmerksam. Diese sind aber auf Grund ihres veralteten Stils heute aus der Mode gekommen.
- Abendstimmung
- Eisnacht
- Aschermittwoch
- Auf meinen Lippen brennt dein Kuss
- Paoli
- Betty Paoli (1814- 1894) war eine österreichische Lyrikerin, Novellistin, Journalistin und Übersetzerin. Sie war auch eine Freundin von Marie Ebner von Eschenbach und eine wichtige Figur der frühen Frauenbewegung.
- Ich (kann, was ich muss)
- Carpe diem!
- Im Winter
- Stoecklin
- Francisca Stoecklin (1894 - 1931) war eine Schweizer Schriftstellerin und Künstlerin. Einer ihrer Brüder, der Maler Niklaus Stöcklin (1896 - 1982) gilt als Schweizer Hauptvertreter der "Neuen Sachlichkeit" und des "Magischen Realismus". Die Themen ihrer Lyrik sind Traum, Liebe, Tod und Natur. Sie starb, nach einjährigem Aufenthalt im St. Claraspital (Basel), an einem Herzleiden.
- Bäume
- De Profundis
- Stern von Bethlehem
- Schopenhauer
- Adele Schopenhauer (1797 - 1849) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie verwendete die Pseudonyme "Henriette Sommer" und "Adrian van der Venne" und war die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer.
Sie war eng mit Goethes späterer Schwiegertochter Ottilie (Ehefrau von August von Goethe) befreundet und verkehrte häufig in Goethes Haus in Weimar. Es heißt, dass sie Goethe stets „Vater“ genannt habe. Diese Episode wurde später durch Thomas Mann in seinem Roman "Lotte in Weimar" verarbeitet. - Weihnachten wird es für die Welt!
- An Ihn
- Nach dem Abschied
- Schwarz
- Sibylla Schwarz (1621 - 1638) war eine deutsche Dichterin in der Epoche des Barock zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648). Eine Zeit lang war sie als „die pommersche Sappho“ berühmt, geriet aber im 18. Jahrhundert in Vergessenheit.
- Ist Lieb ein Feur?
- Auf die, so durch Reisen wollen berühmet werden
- Mein Alles ist dahin
- Ein Gesang wieder den Neid
- Willemer
- Marianne von Willemer (1784 - 1860) war eine aus Österreich stammende Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin. Sie gilt als eine der Musen von Goethe und es gab zwischen den beiden einen regen Briefwechsel. Sie war auch die einzige Mitautorin eines seiner Werke, denn der „West-östlicher Divan“ (1819) enthält auch – wie erst postum bekannt wurde – einige Gedichte aus ihrer Feder.
- Westwind
- Ostwind
- Suleika
- Das Heidelberger Schloss
Der Begriff „Lyrik“ bezeichnet im allgemeinen Sinne die Hervorhebung intimer Gefühle im künstlerischen Ausdruck, insbesondere in der Poesie. Ursprünglich bezeichnete es in der griechischen Antike Gedichte oder Liedtexte, die von der Leier begleitet werden konnten.
Das Wort leitet sich daher auch von der Leier ab, einem Saiteninstrument, das das Attribut Apollos, aber auch von Orpheus oder von Erato, der antiken Muse der lyrischen und erotischen Dichtung, die mit Rosen und Myrten gekrönt und mit einer Leier in der rechten Hand dargestellt wird.
Das Adjektiv „lyrisch“ tauchte erstmals im 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit der altgriechischen Dichtung ("lyrische Poesie") auf und behielt lange eine Verbindung zur Musik.
Ab dem 16. Jahrhundert wurde das Wort jedoch auch auf eine weniger anspruchsvolle Form der Dichtung angewendet und bezeichnete, im Gegensatz zur epischen Dichtung oder dramatischen Dichtung (zu der sowohl Tragödie als auch Komödie gehörten), einen subjektiven Ausdruck, der sich insbesondere auf den Bereich privater Gefühle bezieht.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er seit dem 19. Jahrhundert oft synonym mit den umfassenderen Begriffen Poesie und Dichtung.
Sappho (um 620 - um 570 v. Chr.) war eine antike griechische Lyrikerin. Sie gilt als bedeutendster weiblicher Lyriker des klassischen Altertums. Sie lebte und wirkte auf der Insel Lesbos in der nördlichen Ägäis.
Zum Werk der Sappho gehörten Götterhymnen, Hochzeits- und Liebeslieder, die in der Antike in 9 Büchern gesammelt waren, heute jedoch alle verloren sind. Zwei Jahrhunderte nach ihrem Tod schätzte Platon ihre Lyrik so sehr, dass er Sappho als zehnte Muse bezeichnete. Besonders gerühmt wurde im Altertum ihre klare und ausdrucksstarke Sprache, durch die sie unter anderem zum Vorbild des römischen Dichters Horaz wurde.
Die vierzeilige sapphische Strophe ist nach ihr benannt und geht auf sie zurück.
Neben der Naturlyrik waren Liebe und Erotik zentrale Themen ihrer poetischen Werke. Viele Gedichte handeln von der Liebe zu Frauen.
Es gibt ein Weinen, das nicht Tränen hat,
Das ist das herbste, allerschwerste Weinen.
Dann ist das Herz so weh, so todesmatt
Und sieht die goldne Sonne nicht mehr scheinen.
Anna Enders-Dix (1874 - 1947) war eine deutsche Schriftstellerin (nicht verwandt mit dem Maler Otto Dix).
Suche nicht! Du wirst verlieren.
Treibe hin und lächle nur den Dingen.
Derer, die in deinem Haar sich fingen,
sind viel mehr, als je dein Singen
locken konnte. Ungesucht wirst du die
Welt in deinem Schoße spüren.
Hertha Kräftner (1928 - 1951) war eine österreichische Schriftstellerin.
Auch das leiseste Wort
streift von des heilgen Erleben
schüchternem Flügelbeben
etwas Schimmerstaub fort.
Dass es bei keinem Schlage
von seinem Reichtum verlier,
dulde, dass schweigend zu dir
mein Herz seine Liebe trage!
Leonie Adele Spitzer (1891-1940) war eine österreichisch-jüdische Schriftstellerin und Lehrerin. Sie schloss ihr Philosophie-Studium mit einer Dissertation (Dr. phil.) "Über Rilkes Verskunst" 1920 ab.
Jetzt erst wird Alles stille,
Die Nacht zieht groß einher,
Mit ihres Friedens Fülle; –
Schlaf, Herz, was willst du mehr.
Ida Gräfin von Hahn (1805 - 1880) war eine deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie galt als eine der meistgelesenen Autorinnen ihrer Zeit. Allerdings wurde ihre manierierte und mit Fremdwörtern gespickte Erzählweise sowie ihre elitäre aristokratische Haltung auch kritisiert.
Regen
Der Regen peitscht ruhlos Nacht für Nacht,
ich bin von dem müden Klopfen erwacht,
steht eine Seele draußen im Wind,
flüstert: Sei ruhig, du armes Kind -,
der Lenz stillt Tränen und Träumen!
Hermine von Preuschen (1854 - 1918) war eine deutsche Malerin und Schriftstellerin. Sie arbeitete viele Jahre in Italien, reiste aber auch lange und ausgiebig umher.
Ein Schluss
Mir kann der Saft der Reben
Stets neu Vergnügen geben.
Ich lache, scherz und singe,
Ich jauchze, hüpf und springe,
Es fliehen alle Schmerzen
Aus meinem frohen Herzen.
Bei Damis stillen Küssen,
Kann ich leicht alles missen,
Was andern Wollust dünket:
Drum Schwestern, liebt und trinket!
Johanna Charlotte Unzer (1725 - 1782), auch unter Johanne Charlotte Unzer-Ziegler oder schlicht unter Zieglerin bekannt, war eine deutsche Dichterin und Philosophin. Zu ihren Lebzeiten hatte sie eine große Leserschaft, später geriet sie jedoch weitgehend in Vergessenheit.
Literatur
Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Anna Bers veröffentlichte im Jahr 2020 die Anthologie "Frauen │ Lyrik. Gedichte in deutsche Sprache" - über 500 Gedichte von etwa 450 Autorinnen & Autoren (Reclam Verlag, knapp 900 Seiten).
Bereits 1978 (2007 in fünfter Auflage erweitert) erschien von Gisela Brinker-Gabler (1944 - 2019) der Band Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Gedichte und Lebensläufe. (Wikipedia) in dem knapp 200 Werke von etwa 60 Lyrikerinnen samt ihren Biographien abgedruckt sind.
Dichterinnen (alphabetisch (Nachname)) A bis Z
Diese Liste enthält die einzelnen Seiten der eher berühmten weiblichen Dichterinnen lyrischer Verse.
- Sophie Albrecht
- Bettina von Arnim
- Louise Aston
- Ada Christen
- Paula Dehmel
- Annette von Droste-Hülshoff
- Karoline von Günderrode (*)
- Julie Hausmann
- Ricarda Huch (*)
- Gertrud Kolmar (*)
- Else Lasker-Schüler (*)
- Selma Meerbaum-Eisinger (*)
- Anna Ritter
- Frida Schanz
Der Baum blüht trotzdem.
Immer haben die Bäume
auch zur Hinrichtung geblüht.
Kirschblüten und Schmetterlinge
treibt der Wind auch dem Verurteilten ins Bett.
Sie gehen weiter. Blütenhalter
ohne den Kopf zu wenden.
die hellen Reihen.
Mancher sagt ein Wort zu dir
oder du glaubst, daß er spricht.
im Vorbeigehen.
Weil es so still ist.
Hilde Domin, geborene Löwenstein (1909 - 2006 ), war eine deutsche Schriftstellerin jüdischer Herkunft.
Noch bist du da
Noch bist du da
Wirf deine Angst
in die Luft
Bald
ist deine Zeit um
bald
wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume
ins Nirgends
Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da
Sei was du bist
Gib was du hast
Rose Ausländer, geborene Scherzer (1901 - 1988), war eine aus der Bukowina stammende deutsch- und englischsprachige Lyrikerin jüdischer Herkunft.
Das Bißchen Ruhm
Was ähnelt wohl dem bißchen Ruhme
So sehr wie eine Treibhausblume?
Soll dir das arme Pflänzchen sprießen,
Mußt du es täglich brav begießen.
Und Dünger streun. Und Unkraut jäten.
Aufs Wetter sehn. Und leise treten.
Doch pfeifst du drauf, so wirst du nie
Gekrönt von der A-ka-de-mie.
Mascha Kaléko, gebürtig Golda Malka Aufen (1907 - 1975), war eine deutschsprachige Dichterin jüdischer Herkunft.
Teile dich Nacht
Teile dich Nacht
deine beiden Flügel angestrahlt
zittern vor Entsetzen
denn ich will gehn
und bringe dir
den blutigen Abend zurück.
Nelly Sachs (1891 - 1970) war eine deutsch-schwedische jüdische Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie erhielt 1966 – gemeinsam mit Samuel Joseph Agnon – den Nobelpreis für Literatur.
Die gestundete Zeit
Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald mußt du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.
Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!
Es kommen härtere Tage.
Ingeborg Bachmann (1926 - 1973) war eine österreichische Schriftstellerin.
Durch und durch
Wir sind alle
nur für kurz hier eingefädelt,
aber das Öhr
hält man uns seither fern,
uns Kamelen.
Ilse Aichinger (1921 – 2016) war eine österreichisch-jüdische Schriftstellerin.
Vision
Man hat mir heute Nacht mein Herz vertauscht.
Es war so matt und hat sich nicht gewehrt.
Es war vom Abend her noch wie berauscht
und müd und ohne Schutz und stark versehrt
und konnte wie ein krankes Kind getragen werden …
Man hat es mir genommen, und mit Pferden,
die schwarz und hastig waren und vermummt -
ich hörte lange noch die Hufe schlagen -
hat man es fortgebracht; und rasch verstummt
war auch sein letztes banges Nach-Mir-Fragen …
Was man mir ließ und was ich höre schlagen
und was mich zittern läßt, ist nicht mein Herz.
Nur so ein Etwas, ein von Lust und Schmerz
Vermischtes, das nicht auszusagen …
Christine Lavant (1915 - 1973) war eine österreichische Schriftstellerin. Für ihr poetisches Werk wurde sie in ihrem Heimatland mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Seit 2016 wird der "Christine Lavant Preis" für Lyrik und Prosa verliehen. Er ist mit 15.000 Euro dotiert und somit einer der bestdotierten Literaturpreise Österreichs.
Gedichte über Frauen
Diese Liste enthält recht bekannte Gedichte über Frauen.
- Ach Liebste, laß uns eilen — Opitz
- Als die Venus neulich saße … — Hofmannswaldau
- An die Entfernte — Lenau
- An die Muse — Novalis
- An eine, die vorüberging — Baudelaire
- An eine Frau — Hofmannsthal
- An Helene — Poe
- An Lischen — Fontane
- Arachne — Kolmar
- Ariadne auf Naxos — Günderrode
- Das Fräulein stand am Meere — Heine
- Die erste alte Tante sprach — Busch
- Die hohe Braut — Gottschall
- Die junge Magd — Trakl
- Die Lore Lay — Brentano
- Die Verscheuchte — Lasker-Schüler
- Erlkönigs Tochter — Herder
- Gretchen am Spinnrade — Goethe
- Kassandra — Schiller
- Lenore — Bürger
- Letzte Rede einer vormals stolzen und gleich jetzt sterbenden Jungfrau — Dach
- Lied einer schlesischen Weberin — Aston
- Mädchen-Lied — Nietzsche
- Mutters Geburtstag — Dehmel
- Ophelia — Heym
- Um die vielen Madonnen — Rilke
- Verdammte Frauen — Baudelaire
- Worte der Frau — Lissauer
- Würde der Frauen — Schiller
- Dorfstille - Alberta von Puttkamer (1849 - 1923) war eine deutsche Schriftstellerin.
- Sonntagmorgen - E. Marlitt war das Pseudonym von Friederike Henriette Christiane Eugenie John (1825 - 1887); sie war zur ihrer Zeit eine der meistgelesenen Autorin von deutschen Romanen.
- Auf einen schönen und artigen Papagoy - Christiana Mariana von Ziegler (1695-1760) war eine deutsche Schriftstellerin zur Zeit der Aufklärung.
Bekannte Christliche Gedichte von Dichterinnen
- So nimm denn meine Hände - Julie Hausmann
- Näher, mein Gott, zu dir - Sarah Flower Adams
- Weiß ich den Weg auch nicht… - Hedwig von Redern
- An Gott, als sie bei hellem Mondschein erwachte - Anna Louisa Karsch
Neu
- Rose und Nachtigall — Marie von Plessen
- Traum — Emmy Hennings
- Verlangen — Kathinka Zitz-Halein
- Weißer Flieder — Antonie Jüngst
- Fallt, ihr Blätter — Helene Most
- Herbstlied — Luise Büchner
Gedichte
Frauenlyrik
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