GedichtGedichte

Eine Liste der schönsten Sommergedichte - moderne und auch Klassiker; sowohl lang als auch kurz (manche sind auch lustig und für Kinder geeignet). Lassen Sie sich von diesen Worten durch die Sommermonate tragen und begleiten.

Gedichte über den Sommer

Berühmte Sommergedichte

Eine kleine Auswahl der schönsten klassischen Sommergedichte, die die Aura dieser einmaligen Jahreszeit einfangen.

Sommer

Der Sommer ist eine der 4 Jahreszeiten. Er folgt auf den Frühling und geht dem Winter voraus. Astronomisch beginnt er mit der Sommersonnenwende (20./21. Juni; Mittsommerfest) – dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem „Wendekreis des Krebses“ steht und die Tage am längsten (je nach Breitengrad, z.B. 5:30 Uhr – 21:30 Uhr) sind. Er endet mit der herbstlichen Tagundnachtgleiche am 21./22. September. Meteorologisch wird der Beginn der Sommerzeit meist auf Anfang Juni angesetzt.

In den Sommermonaten addieren sich 2 Effekte, die zur Erhörung der Temperatur beitragen: Die Tage sind länger und damit auch die Sonnenscheindauer, und außerdem treffen die Sonnenstrahlen auf der Erde entlang einer Achse ein, die näher an der Senkrechten liegt als in den anderen Jahreszeiten. Diese Auswirkungen sind umso ausgeprägter, je weiter man sich vom Äquator entfernt.

In Mitteleuropa liegt der potenzielle Höhepunkt des Sommers mit den höchsten Temperaturen ungefähr 3 bis 7 Wochen nach der Sommersonnenwende, bei eher kontinentalem Klima etwas früher, bei eher maritimem Klima etwas später. Diese "saisonale Verzögerung" ist auf die thermische Trägheit des Bodens und der Ozeane zurückzuführen. Man unterscheidet zudem zwischen Frühsommer, Hochsommer und Spätsommer.

Monate

Das Wort "Monat" ist ein Erbwort, das über mittelhochdeutsches "mānōt" auf die seit dem 8. Jahrhundert bezeugten althochdeutschen Formen "mānōd" zurückgeht. Es ist etymologisch eng verwandt mit "Mond".
Im deutschsprachigen Raum sind die Namen der einzelnen Monate lateinischen Ursprungs (Julianisch-Gregorianische Kalender). Zeitweise (u.a. durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert) wurden aber auch "germanische" Monatsbezeichnungen verwendet, die hier in Klammern aufgeführt sind.

Der lateinische Name für "Juni" (Brachmond, Brachet) ist Junius nach der römischen Göttin Juno (griechisch: Hera). Sie ist die Göttin der Ehe und Gattin des obersten Gottes Jupiter. In der Zweifelderwirtschaft und der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters begann in diesem Monat die Bearbeitung der "Brache" (ungenutzter Acker oder Wiese). Er ist im Durchschnitt der wärmste Monat in den meisten Teilen der nördlichen Hemisphäre.
Einige Meteoritenschauer finden im Juni statt. Die Arietiden finden jedes Jahr vom 22. Mai bis zum 2. Juli statt und erreichen ihren Höhepunkt am 7. Juni. Die Beta-Tauriden vom 5. Juni bis zum 18. Juli. Die Juni-Bootiden finden jedes Jahr ungefähr zwischen dem 26. Juni und dem 2. Juli statt.

Die Etymologie des Namens "Juli" (Heumond, Heuet, Heuert) geht auf Julius Cäsar zurück, der am 13. des Monats Quinctilis (lat. quintus „der fünfte“) geboren wurde, der ihm zu Ehren später Iulius genannt wurde.

Der Name des Monats "August" (Erntemond, Bisemond (Bise: schneidender, trockener Wind)) leitet sich vom lateinischen Augustus ab, dem Namen, der dem Monat zu Ehren des römischen Kaisers Augustus im Jahr 8 v. Chr. gegeben wurde. Vor ihm war der August im alten römischen Kalender der sechste Monat des Jahres und trug den Namen sextilis (von sextus, sechster).

Feste

Kurze Sommergedichte

Der Regenbogen

Sonnengrün blinkt das Gebüsch und das Turmdach rot und frisch. Strahlen dingen, neu erweckte, durch die blaue Regenschwärze.

Wie wenn selig Lust mit Schmerze oder Leid mit Lust sich neckte. Himmel, Herz und Erde ganz baden sich im Irisglanz.

Karl Mayer

Hochsommer

Dumpfe bange Wetterschwüle
Webt in dieser toten Luft
Und wie zitternde Gefühle
Wallt und wogt der Blumen Duft.

Ungesungne Lieder beben
Durch das Herz mir wild und schwer,
Schwalben gleich, die angstvoll schweben
Über dem erzürnten Meer.

Sophie von Khuenberg; aus der Sammlung "Im Lärm der Welt"

Der Buchenwald

Es war der schönste Wald, den ich gekannt,
Mit einem fremden, reichen Märchenleben.
Mohnblüten brannten rot an seinem Rand
Und Rehe tranken abends aus den Gräben.

Nur ein paar kurze Sommerstunden sah
Ich kinderglücklich jene alten Buchen -
Und doch, ich weiß es, ist mein Sterben nah,
Werd' ich im Traum nach jenem Walde suchen.

Agnes Miegel (1879-1964) war eine deutsche Dichterin und Journalistin.

Sommer

Sieh, wie sie leuchtet,
Wie sie üppig steht,
Die Rose –
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
Nur haftet ihre Pracht –
Streift deine Lust sie,
Hältst du über Nacht
Die welken Blätter in der heißen Hand …

Sie hatte einst den jungen Mai gekannt
Und muß dem stillen Sommer nun gewähren –
Hörst du das Rauschen goldener Ähren?
Es geht der Sommer über's Land …

Thekla Lingen (1866 - 1931)

Lyrik

Lyrik (von griechisch lyrikḗ - "zum Klang der Leier vorgetragen, gefühlvoll") ist eine Art von Literatur, die das subjektive persönliche Gefühl (Einstellung zu etwas) bzw. die Weltsicht des Autors wiedergibt. Sie ist charakterisiert durch Erfahrungen, Empfindsamkeit, Stimmungen, Weichheit und Subtilität des emotionalen Ansatzes. Die Grundlagen der Lyrik liegen in der Fähigkeit des Sängers (Rezitators) begründet, Stimmungen und Gefühle durch Vokalisierung, Intonation, Worte und Reim zu vermitteln.

Die "lyrische Erzählweise" impliziert eine solche Art der Konstruktion des künstlerischen Bildes, die auf emotionaler Erfahrung beruht. Im Epos oder Drama steht im Zentrum des Geschehens eine facettenreiche Darstellung des Menschen in seiner Tätigkeit, der in komplexen Beziehungen mit seinen Mitmenschen in der Bewältigung seines Lebensprozess agiert.

Im Gegensatz zur Epik und zum Drama ist die Lyrik nicht mit der Handlung als konstruktivem Merkmal verbunden, obwohl sie die einfachste Handlungsorganisation nicht ausschließt. Das lyrische Werk ist im Gegensatz zur Epik, in der die Vergangenheitsform dominiert, meistens im Präsens geschrieben. Wenn wir bei epischen und dramatischen Werken das Recht haben, zu fragen, "wie es endete", oder seine letztendliche Grundlage zusammenzufassen, ist diese Frage bei lyrischen Werken bedeutungslos.

Hingegen vermittelt die Poesie eine innere "Bilderfahrung". Jedoch ist diese auch gesellschaftlich bedeutsam, da die individuelle geistige Welt des Dichters, ohne ihren autobiographischen Charakter zu verlieren, einen verallgemeinerten Ausdruck erhält und damit die Grenzen seiner Persönlichkeit überschreitet. Das lyrische Bild vermittelt eine ästhetisch bedeutsame Assoziation, der autobiographische Ansatz ist darin wie in einer enthobenen Form präsent, und es ist für uns wichtig, dass der Dichter diese Erfahrung gemacht hat und dass sie unter den gegebenen Umständen überhaupt gemacht werden konnte.
Wenn wir wissen, dass eine lyrische Erfahrung nicht autobiografisch ist, behält sie dennoch ihre künstlerische Bedeutung, weil sie erlebt worden sein könnte. Es gibt eine Tradition, die Lyrik als Konzentration des Dichters auf sein individuelles Innenleben zu betrachten. So wird Lyrik als "bekenntnishaftes Schaffen", als "Selbstdarstellung" und "Selbstentblößung" interpretiert.

Ein lyrisches Gedicht in seiner konzentriertesten Form ist ein Moment des menschlichen Innenlebens. Wir befinden uns sozusagen im Epizentrum der Erfahrung, die der Dichter umarmt und die ganzheitlich ist. Im Gegensatz zum Epos und zum Drama verfügt die Lyrik nicht über die Möglichkeiten einer umfassenden Beschreibung der Phänomene der Wirklichkeit, das Hauptmittel im lyrischen Werk ist das Wort, das in seiner Organisation der Erfahrung entspricht, die in ihm ihren Ausdruck findet. In einem lyrischen Werk zeichnet sich das Wort durch seine Kompaktheit, die Bedeutung jedes Lautes, der Intonation (Prosodie), des rhythmischen Elements, der Betonung, der Pause aus. Jedes Element der Sprache, jede Nuance und Schattierung ist spürbar.

Sommergedichte für Kinder

Während der Sommersaison haben Schüler und Studenten in vielen Ländern längere Zeit Ferien. Ebenso nehmen Erwachsene in der Regel einen größeren Teil ihres Jahresurlaubs in dieser Zeit, auch deshalb weil die Temperaturen angenehm sind und viele Freizeitaktivitäten, wie das Baden im Meer, mehr Spaß machen. Das führt auch dazu, dass in den touristischen Küstenregionen der Sommer die Hauptsaison für Aufenthalte in Hotels oder Pensionen ist. Zudem fördern die längeren Tage die soziale Kommunikation und Interaktion.


Gehe ich rückwärts mit meinen Gedanken und suche nach den Plätzen, die von der Erinnerung noch ein spärliches Licht empfangen, so sehe ich mich als etwa vierjährigen Knaben mit meinen beiden Eltern auf einem offenen Wagen über den ebenen Marschweg dahinfahren;
ich fühle plötzlich den Sonnenschein mit einem kühlen Schatten wechseln, der an der einen Seite von ungeheuren Bäumen auf den Weg hinausfällt; und während ich meinen kleine Kopf über die Lehne des Wagenstuhls recke, um den breiten Graben zu sehen, der sich neben den Bäumen hinzieht, biegen wir gerade in die Schatten hinein und durch ein offenstehendes Gittertor.

Ein großer Hund fährt wie rasend an der Kette aus seinem beweglichen Hause auf uns zu; wir aber kutschieren mit einem Peitschenknall auf den Hof hinauf bis vor die Haustür, und ich sehe eine alte Frau im grauen Kleide, mit einem feinen blassen Gesicht und mit besonders weißer Fräse an der Schwelle stehen, während Knecht und Magd eine Leiter an den Wagen lehnen und uns zur Erde helfen.

Noch rieche ich auf dem dunklen Hausflur den strengen Duft der Alantwurzel, womit die Marschbewohner zur Abwehr der Mücken allabendlich zu räuchern pflegen; ich sehe auch noch meinen Vater der alten Dame die Hand küssen; dann aber verlässt mich die Erinnerung, und ich finde mich erst nach einigen Stunde wieder, auf Heu gebettet, eine warme sommerliche Dämmerung um mich her.

Ich sehe an den aus Heu und Korngaben gebildeten Wänden empor, die um mich her zwischen vier großen Ständern in die Höhe ragen, so hoch, dass der Blick durch ein wüstes Dunkel hindurchmuss, bis er aufs Neue in eine matte Dämmerung gelangt, die zwischen zahllosen Spinnweben aus einem Dachfensterchen hereinfällt.

Theodor Storm; Auf dem Staatshof; Novelle

Bekannte Sommergedichte

Der Sommer wird typischerweise mit heißem oder warmem Wetter in Verbindung gebracht. In mediterranen Klimazonen ist er auch mit trockenem Wetter verbunden, während er an anderen Gebieten (insbesondere in Ostasien wegen des Monsuns) mit starken Regenfällen einhergeht.


 

Sommertraum

Golddurchflammte Ätherwogen,
Schwerer Äste grüne Bogen,
Süß verwob'ne Träumerei'n…
Sommer, deine warmen Farben,
Helle Blumen, gold'ne Garben
Leuchten mir ins Herz hinein…

In dem Wald, dem dämm'rig düstern,
Hörst du's rauschen, lispeln, flüstern,
Elfenmärchen – Duft und Schaum…?
Blumenkinder nicken leise,
Lauschen fromm der alten Weise
Von des Waldes Sommertraum…

Und der See, der windumfächelt
Lallend plätschert, sonnig lächelt,
Netzt das Schilf aus lauem Born…
Rosen blühen am Gelände,
Rosenglut, wo ich mich wende,
Und im Herzen tief ein Dorn…

Lisa Baumfeld (1877 - 1897)

Regenbogen über den Hügeln einer anmutigen Landschaft

Grau und trüb und immer trüber
Kommt das Wetter angezogen,
Blitz und Donner sind vorüber,
Euch erquickt ein Regenbogen.

Frohe Zeichen zu gewahren
Wird der Erdkreis nimmer müde;
Schon seit vielen tausend Jahren
Spricht der Himmelsbogen: Friede.

Aus des Regens düstrer Trübe
Glänzt das Bild, das immer neue;
In den Tränen zarter Liebe
Spiegelt sich der Engel – Treue.

Wilde Stürme, Kriegeswogen
Rasten über Hain und Dach;
Ewig doch und allgemach
Stellt sich her der bunte Bogen.

Johann Wolfgang von Goethe

Welkes Blatt

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Lass es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.

Hermann Hesse

Juni

Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.
Einer Insel gleich trieb sie im Winde.
Prangend trug sie durch den reinen Himmel
Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.

Funkelnd lagen ihre blauen Seen,
Ihre Ströme zwischen Wiesenufern.
Rauschen ging durch ihre lichten Wälder,
Große Vögel folgten ihrem Flug.

Voll von jungen Tieren war die Erde.
Fohlen jagten auf den grellen Weiden,
Vögel reckten schreiend sich im Neste,
Gurrend rührte sich im Schilf die Brut.

Bei den roten Häusern im Holunder
Trieben Kinder lärmend ihre Kreisel.
Singend flochten sie auf gelben Wiesen
Ketten sich aus Halm und Löwenzahn.

Unaufhörlich neigten sich die grünen
Jungen Felder in des Windes Atem,
Drehten sich der Mühlen schwere Flügel,
Neigten sich die Segel auf dem Haff.

Unaufhörlich trieb die junge Erde
Durch das siebenfache Licht des Himmels.
Flüchtig nur wie einer Wolke Schatten
Lag auf ihrem Angesicht die Nacht.

Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974) war eine deutsche Autorin. Sie erhielt viel Lob für ihre Kurzgeschichten, von denen viele von Ereignissen aus ihrem Leben inspiriert waren (z.B. "Engelsbrücke. Römische Betrachtungen" (1955)). Sie reiste gerne, und ihre Erzählungen sind an den unterschiedlichsten Orten angesiedelt. Sie sind eher nachdenklich als ereignisreich und handeln oft von bestimmten Phasen im Leben einer Frau oder einer Beziehung. Ihre wichtigste Sammlung ist "Lange Schatten" (1960).

Sommernacht

Dort des Mondes Zauberspiegel
Hängt im dunklen Rahm der Nacht,
Blumen schaun mit sanftem Auge,
Wie erstaunt ob eigner Pracht.

In den Locken grüner Moose
Spielt der Feuerwürmer Schein,
Wirkt geheim dem Haupt der Erde
Gold'ne Flammenblumen ein.

Die Fontainen gießen Silber
In den dunklen Wolkenflor,
Winde heben Meereswogen
Grünen Hügeln gleich empor.

Und die hohen Wolken malen
Mir ein lächelnd Traumgesicht,
Wenn die sanften Sternen-Blicke
Nieder gießen mildes Licht.

Sterne! ihr seid Gottgedanken,
Ihr senkt Schlummer auf die Trift,
Ihr haucht Frieden auf die Schläfer,
Wonn' und Glanz in Silberschrift.

Helene Branco (1816 - 1894)

Löwenzahn

Fliegen im Juni auf weißer Bahn
Flimmernde Monde vom Löwenzahn,
liegst du versunken im Wiesenschaum,
löschend der Monde flockenden Flaum.

Wenn du sie hauchend im Winde drehst,
Kugel auf Kugel sich weiß zerbläst,
Lampen, die stäubend im Sommer stehn,
wo die Dochte noch wolliger wehn.

Leise segelt das Löwenzahnlicht
Über dein weißes Wiesengesicht,
segelt wie eine Wimper so blass
in das zottig wogende Gras.

Monde um Monde wehten ins Jahr,
wehten wie Schnee auf Wange und Haar.
Zeitlose Stunde, die mich verließ,
da sich der Löwenzahn weiß zerblies.

Peter Huchel (1903 - 1981); Die Sternenreuse

Feuerspruch

Brenne Fackel! Leuchte Flamme! Geh von Hand zu Hand.
Trag den Glauben, trag die Treue weiter durch das Land.
Vater, gib dem Sohn sie weiter, Mutter deiner Maid!
Dass der Glauben und die Treue leuchten durch die Zeit!

So standen in grauer Vorzeit die Ahnen,
so stand einst die Jugend auf nächtlicher Fahrt.
So stehen wir heute – ein einziges Mahnen –
fest und geschlossen ums Feuer geschart.

Wir öffnen die Herzen, wir heben die Hände,
wir grüßen des Jahres fruchtbringende Wende,
wir grüßen des Lichtes gesegneten Lauf:
Sonnwendfeuer flamm auf nun, flamm auf!

Die Flamme lodre durch den Rauch, begeht den alten heiligen Brauch,
So wird das Herz erhoben. Die Flamme reinigt sich von Rauch,
So reinig’ unsern Glauben;
Dein Licht, wer kann es rauben!

Johann Wolfgang von Goethe; Spruch zu Johanni

Anmerkung: Der Johannistag (auch Johanni; in der Vergangenheit Sommerweihnacht) ist das Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers am 24. Juni. Er steht in enger Verbindung zur zwischen dem 20. und dem 22. Juni stattfindenden Sommersonnenwende. Die Johannisnacht ist die Nacht auf den Johannistag, vom 23. auf den 24. Juni

Sommerlied

Durch deine Haare seh ich Himmel scheinen.
Auf deiner Haut liegt Sonne, und der See
hat zwischen deinen braunen Armen Wellen,
und rings um deinen nackten Fuß ist Klee.

Dort wo du hinschaust, geht ein Wind vorüber,
die Bäume über dir sind von ihm voll.
In deinen Händen riecht die Luft nach Ernte,
als ob die Zeit der Reife kommen soll.

Ich seh dich an und seh durch dich den Sommer.
Ich bin der Gast in dieser Sommerruh.
Ich möchte so noch gerne etwas bleiben.
Der Sommer meint es gut mit mir. Wie du.

Heinz Kahlau (1931 - 2012)