Das Gedicht „Die Traumstadt“ stammt aus der Feder von Franz Werfel.
Dies ist die Stadt, die oft im Traum mich faßt.
Ein breiter Platz verschluckt die wirren Schritte.
Ich starr' erstaunt aus meiner müden Mitte
Auf Glockentürme, Kirche und Palast.
Durchbrochnes Maßwerk steigt hoch in den Glast
Der grünen Nacht nach unbekannter Sitte.
Statt Glocken dröhnen Gongs die dumpfe Bitte.
Ein Felstor ist dem Dome eingepaßt.
Nun saugt's mich ein mit der vermummten Menge,
Die scheu sich drängt zu einer fremden Mette
Durch Stollen eines Bergwerks, feucht und nackt.
Nur manchmal schimmern seitlich aus der Enge
In Gold und Purpur Heiligenskelette
Und prüfen mich aus Augen von Smaragd.
Siehe auch das Gedicht Traumstadt eines Emigranten von Franz Werfel.
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