Das Gedicht „Traumstadt eines Emigranten“ stammt aus der Feder von Franz Werfel.
Ja, ich bin recht, es ist die alte Gasse.
Hier wohn ich dreißig Jahr ohn Unterlass …
Bin ich hier recht?? Mich treibt ein Irgendwas,
Das mich nicht losläßt, mit der Menschenmasse.
Da, eine Sperre starrt … Eh ich mich fasse,
Packt's meine Arme: »Bitte, Ihren Paß!«
Mein Paß? Wo ist mein Paß!? Von Hohn und Haß
Bin ich umzingelt, wanke und erblasse …
Kann soviel Angst ein Menschenmut ertragen?
Stahlruten pfeifen, die mich werden schlagen.
Ich fühl noch, daß ich in die Kniee brach …
Und während Unsichtbare mich bespeien:
»Ich hab ja nichts getan«, - hör ich mich schreien,
»Als daß ich eure, meine Sprache sprach.«
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