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Das Gedicht „Der Reim“ stammt aus der Feder von Franz Werfel.

Der Reim ist heilig. Denn durch ihn erfahren
Wir tiefe Zwieheit, die sich will entsprechen.
Sind wir nicht selbst mit Aug-, Ohr-, Lippenpaaren
Gepaarte Reime ohne Klang-Gebrechen?

  Das Reimwort meinst du mühsam zu bestechen,
Doch wird es unversehens offenbaren,
Wie Liebeskräfte, die zerspalten waren,
Zum Kuß des Gleichklangs durch die Fernen brechen.

  Allein nicht jede Sprache hat geheiligt
Den reinen Reim. Wo nur sich deckt die Endung,
Droht leeres Spiel. Der Geist bleibt unbeteiligt.

  Dieselben Silben lassen leicht sich leimen.
Doch Stamm' und Wurzeln spotten solcher Blendung.
Im Deutschen müssen sich die Sachen reimen.

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