Das Gedicht „An den Leser in der Nacht“ stammt aus der Feder von Franz Werfel.
Ich nahe Dir von weitem
Und ziehe meinen Hut.
Beschließt Du diese Seiten,
Soll Dich mein Spruch begleiten:
O Mensch, ich bin Dir gut!
Du willst Dich schlafen legen?
Bist Du doch müde, nicht?
O horch, was allerwegen -
Es ist vielleicht zum Segen -
Dein Freund Dir wünscht und spricht:
Ich wünsche Dir, dem Guten,
Ein Herz, so treu und fest,
An dessen sanften Gluten
Sich's herrliche Minuten
Erhaben weinen läßt.
Dann wünsch ich Dir: Bisweilen,
Bist Du von Not entstellt,
Ein liebliches Enteilen
Durch neuergrünte Meilen
In Deine Kindheitswelt.
O sei im übervollen
Gelingen gut und mehr!
Wenn Deine Sterne rollen,
Veredle Dein Wohlwollen,
Dich und Dein Umdichher!
Dem Freunde zu gefallen
Sei, Liebling, treu und brav!
Die Worte sie verhallen,
Ich wünsche Dir vor allem
Den schönsten, tiefsten Schlaf.
Siehe auch das Gedicht An den Leser von Franz Werfel.
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