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Das Gedicht „Wir kommen noch wie sonst zusammen…“ stammt aus der Feder von Theodor Kramer.

Wir kommen noch wie sonst zusammen
Und können kaum uns noch verstehn
Die einen rücken hier zusammen
Die anderen wolln für immer gehn.

Die einen packen ihre Sachen
und warten auf den großen Brief
Und andere müssen grundlos lachen
Und manchen geht schier alles schief.

Es streicht sich jener Käs' und Butter
Seit gestern daumendick auf's Brot
Der hat mit jeder Schraubenmutter
Und jedem Nagel seine Not.

Der Tee schmeckt nach gewärmten Essig
Die Schnitte Braten schmeckt nach Blut
Viel was gesagt wird klingt gehässig
Und jeder meint dabei es gut.

Man sehe gerne neue Leute
Die auf die gleiche Hoffnung bauen
Und doch, man kann gerade heute
Nur denen, die man kennt, vertrauen.

Die alten Bande sind zerrissen
Bevor man auseinander geht
Und wirklich kennt man nur das Kissen
Das zwischen Kopf und Arm sich bläht.

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