Das Gedicht „In schwerer Stunde gehn“ stammt aus der Feder von Theodor Kramer.
Will ein Mensch von dir in schwerer Stunde gehn,
halt ihn nicht zurück, und schweigsam laß geschehn,
was zuinnerst schon vor langer Zeit geschah;
dein vergangnes Leben kommt dir rauschend nah.
Eine Spanne aber läßt sich nicht verstehn;
allem, was zu zweit erlebt ward und gesehn,
wohnt ein Schweigen inne, das um Stimme wirbt,
das den Glanz der Dinge annagt und verdirbt.
Über die gesteckten Maße hat sie Macht,
daß die Zeit du strichest gern in wacher Nacht;
doch die Pulse klopfen rascher, und dir graut,
wann sich früh dein Leben loser überschaut.
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