GedichteGedichte

Das Gedicht „Sonnenuntergang“ stammt aus der Feder von Paul Verlaine.

I.

Ein Nebel verschleiert
die Felder und winkt,
voll Wehmut feiert
die Sonne sinkt.
Voll Wehmut feiert
mein Herz mit und klingt
vergessenumschleiert,
nun die Sonne sinkt.

Von seltsamen Träumen,
wie Sonnen glühn
in den himmlischen Räumen,
flammend und kühn,
siehst du noch schäumen
die Lüfte und sprühn,
wie Sonnen verglühn
in den himmlischen Räumen.

Aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt von Franz Evers.

II.

Frührot träufelt weit
Übers Feld ein Blinken
Mit der Traurigkeit,
Wie wenn Sonnen sinken.
In der Traurigkeit
Süßem Lied ertrinken
Möcht mein Herzeleid,
Wenn die Sonnen sinken.

Und ein fremder Traum,
Schön wie Abendsonnen
Überm Meeressaum,
Zieht, purpurumsponnen,
Rastlos hin im Raum,
Zieht - und ist verronnen,
Groß wie Abendsonnen
Überm Meeressaum.

Übertragen von Sigmar Löffler

Soleils couchants

Une aube affaiblie
Verse par les champs
La mélancolie
Des soleils couchants.
La mélancolie
Berce de doux chants
Mon cœur qui s’oublie
Aux soleils couchants.

Et d’étranges rêves,
Comme des soleils
Couchants sur les grèves,
Fantômes vermeils,
Défilent sans trêves,
Défilent, pareils
À de grands soleils
Couchants sur les grèves.

 

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