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Das Gedicht „Litanei auf das Fest Aller Seelen“ (Am Tage Aller Seelen) stammt aus der Feder von Johann Georg Jacobi.

Ruhn in Frieden alle Seelen,
Die vollbracht ein banges Quälen,
Die vollendet süßen Traum,
Lebenssatt, geboren kaum,
Aus der Welt hinüber schieden:
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Die sich hier Gespielen suchten,
Öfter weinten, nimmer fluchten,
Wenn vor ihrer treuen Hand
Keiner je den Druck verstand;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Liebevoller Mädchen Seelen,
Deren Tränen nicht zu zählen,
Die ein falscher Freund verließ,
Und die blinde Welt verstieß;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und der Jüngling, dem verborgen,
Seine Braut am frühen Morgen,
Weil ihn Lieb’ ins Grab gelegt,
Auf sein Grab die Kerze trägt;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Alle Geister die, voll Klarheit,
Wurden Märtyrer der Wahrheit,
Kämpften für das Heiligtum,
Suchten nicht der Marter Ruhm;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und die nie der Sonne lachten,
Unterm Mond auf Dornen wachten,
Gott, im reinen Himmelslicht,
Einst zu sehn von Angesicht:
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und die gern im Rosengarten
Bei dem Freudenbecher harrten;
Aber dann, zur bösen Zeit,
Schmeckten seine Bitterkeit;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Auch, die keinen Frieden kannten,
Aber Mut und Stärke sandten
Über leichenvolles Feld
In die halb entschlafne Welt;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Ruhn in Frieden alle Seelen,
Die vollbracht ein banges Quälen,
Die vollendet süßen Traum,
Lebenssatt, geboren kaum,
Aus der Welt hinüber schieden:
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Anmerkung: Das Gedicht "Am Tage Aller Seelen" (D.343) wurd von dem Komponisten Franz Schubert im Jahr 1816 vertont.

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