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Das Gedicht (Lied) „Ich hab die Nacht geträumet“ stammt aus der Feder von August Zarnack.

Ich hab die Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum,
es wuchs in meinem Garten
ein Rosmarienbaum.

Ein Kirchhof war der Garten,
ein Blumenbeet das Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüte ab.

Die Blüten tät ich sammeln
in einen goldnen Krug,
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücken schlug.

Draus sah ich Perlen rinnen
und Tröpflein rosenrot:
Was mag der Traum bedeuten?
Ach Liebster, bist du tot?

 

Anmerkung: im Norden Deutschlands wurde Rosmarin als Grabbepflanzung benutzt, und mancherorts trugen Trauernde bei Begräbnissen Rosmarinstängel.

Der Komponist Johannes Brahms verfasste um 1859 einen Chorsatz für Frauenchor WoO 36 Nr. 4. Max Reger veröffentlichte zwei Versionen für Chor a cappella, 1898 eine Vertonung für Männerchor (TTBB) als Nr. 5 von WoO VI/6 und 1899 eine Vertonung für gemischten Chor als Nr. 4 von WoO VI/11.

 

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