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Das Gedicht „Herbst“ stammt aus der Feder von Nikolaus Lenau.

I.

Nun ist es Herbst, die Blätter fallen,
den Wald durchbraust des Scheidens Weh;
den Lenz und seine Nachtigallen
versäumt ich auf der wüsten See.

Der Himmel schien so mild, so helle,
verloren ging sein warmes Licht;
es blühte nicht die Meereswelle,
die rohen Winde sangen nicht.

Und mir verging die Jugend traurig,
des Frühlings Wonne blieb versäumt;
der Herbst durchweht mich trennungschaurig,
mein Herz dem Tod entgegenträumt.

II.

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör′ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

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