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Das Gedicht „Der Söhne junger Ruf“ stammt aus der Feder von Oskar Kanehl.

Ihr schlaft am Schraubstock, hinterm Pfluge,
Im Chorstuhl bei der Orgelfuge.

Ihr schlaft, ihr schlaft Euch taub und blind.
Wisst! Eurer Kinder erstes Stammeln sind
Flüche, die euer Ohr zerschmeißen
Und euern morschen Väterbau einreißen.

Mit Weibern wälzt ihr euch im Bette.
Im Hurenhaus winkt euch die Schädelstätte.
Am vollen Tisch, sinnlos besoffen,
Hat euch der Söhne junger Ruf getroffen.

Weckt euch die Wirbeltrommel nicht?
Der Eidgenossen Schwur? Der Fackeln Licht
Ihr satten Toten! Steht auf und wacht!
Der Sturmtag dämmert. Es ist Schlacht!

 

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