Das Gedicht (Lied) „Wanderschaft“ stammt aus der Feder von Wilhelm Müller.
Das Wandern ist des Müllers Lust,
Das Wandern!
Das muß ein schlechter Müller sein,
Dem niemals fiel das Wandern ein,
Das Wandern.
Vom Wasser haben wir’s gelernt,
Vom Wasser!
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
Ist stets auf Wanderschaft bedacht,
Das Wasser.
Das sehn wir auch den Rädern ab,
Den Rädern!
Die gar nicht gerne stille stehn,
Die sich mein Tag nicht müde drehn,
Die Räder.
Die Steine selbst, so schwer sie sind,
Die Steine!
Sie tanzen mit den muntern Reihn
Und wollen gar noch schneller sein,
Die Steine.
O Wandern, Wandern, meine Lust,
O Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
Laßt mich in Frieden weiterziehn
Und wandern.
Siehe auch: Wandrers Nachtlied von Johann Wolfgang von Goethe.
Hintergrund
Das Gedicht entstand im Jahr 1821 und wurde zuerst 1823 von Franz Schubert unter dem Titel "Das Wandern" als Teil des Liederzyklus "Die schöne Müllerin" vertont.
Im Jahr 1844 vertonte der Leipziger Musiklehrer Carl Friedrich Zöllner bei einem Aufenthalt am Mühlenwehr in Oldisleben den Müllerschen Text als vierstimmigen Chorsatz für Männerchöre. In dieser Fassung wurde das Volkslied zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Wanderlieder. Siehe auch das Lied Es klappert die Mühle am rauschenden Bach von Ernst Anschütz.
Weitere gute Gedichte des Autors Wilhelm Müller.
Bekannte Gedichte zum Thema "Mühle":
- Das Mühlenleben — Müller
- Der Wanderer in der Sägemühle — Kerner
- Es klappert die Mühle am rauschenden Bach — Anschütz
- In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad — Eichendorff
- Mühle in der Ferne — Liliencron
- Die Müllerin — Chamisso
- Das Wandern ist des Müllers Lust — Müller
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