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Das Gedicht „Tanzlied des Totenschiffs“ (Lumpenlied) stammt aus der Feder von B. Traven.

Was gehn euch meine Lumpen an?
Da hängen Freud und Tränen dran.
Was kümmert euch denn mein Gesicht?
Ich brauche euer Mitleid nicht!

Was kümmert euch, was mir gefällt?
Ich lebe mich, nicht euch, in dieser Welt.
In euren Himmel will ich gar nicht rein,
viel lieber dann schon in der Hölle sein.

Ich brauch gewiss nicht eure Gnaden,
und selbst wenn Tote ich geladen,
wenn Schimpf und Schande wären an mir dran,
euch geht das einen Scheißdreck an!

Ich pfeife auf das Weltgericht.
An Auferstehung glaub ich nicht;
ob’s Götter gibt, das weiß ich nicht,
und Höllenstrafen fürcht ich nicht.

B. Traven (1882 - 1969) veröffentlichte 1926 seinen zweiten Roman "Das Totenschiff". Der Held des Romans ist der Seemann Gerald Gale, der nach dem Verlust seiner Dokumente und damit seiner Identität das Recht auf ein normales Leben und seine Heimat einbüßt und sich schließlich auf einem „Totenschiff“ wiederfindet, das von den Eignern zum Zweck des Versicherungsbetruges auf hoher See versenkt wird.

 

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