Das Gedicht „Herbstbeginn“ stammt aus der Feder von Carl Busse.
I.
Es geht zum Herbst; die Luft wird seltsam blaß,
Die reifen Äpfel fallen dumpf ins Gras,
Die Störche suchten längst den Wanderpfad,
Die Nacht wird kalt und Allerseelen naht.
Bald stirbt das Laub, und so kommt eins zum andern.
– Mein lieber Freund, wann müssen wir wohl wandern?
II.
Zu Herbst nun gehn die Tage
Und schneller naht die Nacht,
Ganz ohne Klang und Klage
Stirbt Laub und Gärtenpracht.
Scheu bebt ein Schlußverkünden
Auch mir durch Sang und Sinn,
Und nachts auf Wiesengründen
Schleicht schon die Moorfrau hin …
III.
So will sich rings auf all die Blüten betten
Herbstbraune Ruh,
Wildgänse ziehn in langen weißen Ketten
Dem Süden zu.
Mir ist zu Sinn, als müßt' auch ich jetzt wandern
Von Ort zu Ort,
Nach meiner Heimat, einer ewigen, andern,
Weitfort, weitfort …
Weitere berühmte Gedichte von Carl Busse:
- Auf der Reise
- Berlin
- Blauer Sommer
- Herbstbeginn
- Drei Wanderer
- Über den Bergen
- Schöne Nacht
- An Theodor Storm
Bekannte Gedichte zum Thema "Berlin":
- Berlin VIII — Heym
- An die Berlinerin — Tucholsky
- Berlin — Boldt
- Berlin — Busse
- Berlin — Freiligrath
- Blauer Abend in Berlin — Loerke
- Der Zoologe von Berlin — Wedekind
Gedichte
Impressum
Datenschutz