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Das Gedicht „Heckerlied“ stammt aus der Feder von Friedrich Hecker.

I.

1. Wenn die Leute fragen,
Lebt der Hecker noch?
Könnt ihr ihnen sagen:
Ja, er lebet noch.

Refrain:
Er hängt an keinem Baume,
Er hängt an keinem Strick.
Er hängt nur an dem Traume
Der deutschen Republik.

2. Fürstenblut muß fließen
Knüppelhageldick,
Und daraus ersprießen
Die freie Republik.
Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

3. Schmiert die Guillotine
Mit Tyrannenfett!
Schmeißt die Konkubine
Aus des Fürsten Bett!
Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

4. Gebet nun, ihr Großen,
Euren Purpur her.
Das gibt rote Hosen.
Für der Freiheit Heer,
Für die Freiheit Rechte,
Für die Freiheit Reich.
Wir sind keine Knechte,
Wir sind alle gleich.

II.

1. Wenn die Roten fragen,
Lebt der Hecker noch,
Sollt ihr ihnen sagen,
Ja er lebet noch.
|: Er hängt an keinem Baume,
   Er hängt an keinem Strick,
   Sondern an dem Traume
   Der Roten Republik :|

2. Gebet nur ihr Großen,
Euren Purpur her
Das gibt rote Hosen
Für der Freiheit Heer
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Sauerei,
   Wir sind keine Knechte,
   Wir sind alle frei :|

3. Wenn in Flammen stehen
Kirche, Schul und Staat,
Kasernen untergehen,
Dann blüht unsre Saat.
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion. :|

4. An den Darm der Pfaffen
Hängt den Edelmann
Laßt ihn dran erschlaffen,
Hängt ihn drauf und dran
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion! :|

5. Schmiert die Guillotine
Mit Tyrannenfett
Reißt die Konkubine
Aus dem Pfaffenbett
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion. :|

6. Fürstenblut muß fließen,
Muß fließen stiefeldick
Und daraus ersprießen
Die rote Republik
|: Ja 33 Jahre
   Währt die Knechtschaft schon
   Nieder mit den Hunden
   Von der Reaktion! :|

Anmerkung: Das „Heckerlied“ ist ein politisches Gedicht aus der Zeit der Deutschen Revolution von 1848/49. Es steht für den Wunsch nach Freiheit, Demokratie und einer deutschen Republik. Benannt ist es nach Friedrich Hecker (1811–1881), einem badischen Rechtsanwalt und Politiker, der sich gegen die Monarchie und die Vorrechte des Adels einsetzte.
Im April 1848 führte Hecker einen bewaffneten Aufstand in Baden an, den sogenannten Heckerzug. Sein Ziel war es, die bestehende Herrschaft zu stürzen und eine Republik zu errichten. Der Aufstand scheiterte am 20. April 1848 im Gefecht bei Kandern. Hecker floh anschließend ins Ausland und wanderte später in die USA aus.
Das Heckerlied greift diese Ereignisse auf und vermittelt die Botschaft, dass Heckers Ideen trotz seiner Niederlage weiterleben. Besonders deutlich wird dies in der Zeile „Er hängt nur an dem Traume der deutschen Republik“. Sie verdeutlicht die Hoffnung auf eine demokratische Staatsordnung. Das Lied kritisiert die alte Herrschaft und betont den Kampf für Freiheit und Gleichheit.
Die Sprache ist einfach, rhythmisch und einprägsam, sodass das Lied leicht gemeinsam gesungen werden konnte. Es diente dazu, revolutionäre Gedanken zu verbreiten und Menschen für die demokratische Bewegung zu begeistern. Das Heckerlied ist somit ein wichtiges Beispiel für die politische Liederkultur des 19. Jahrhunderts.

 

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