Das Gedicht „Anacreon“ stammt aus der Feder von Friedrich von Hagedorn.
In Tejos und in Samos
Und in der Stadt Minervens
Sang ich von Wein und Liebe,
Von Rosen und vom Frühling,
Von Freundschaft und von Tänzen;
Doch höhnt' ich nicht die Götter,
Auch nicht der Götter Diener,
Auch nicht der Götter Tempel,
Wie hieß ich sonst der Weise?
Ihr Dichter voller Jugend,
Wollt ihr bei froher Muße
Anacreontisch singen:
So singt von milden Reben,
Von rosenreichen Hecken,
Vom Frühling und von Tänzen,
Von Freundschaft und von Liebe;
Doch höhnet nicht die Gottheit,
Auch nicht der Gottheit Diener,
Auch nicht der Gottheit Tempel.
Verdienet, selbst im Scherzen,
Den Namen ächter Weisen.
Siehe auch das Gedicht Anakreon von Johann Wilhelm Ludwig Gleim.
Anmerkung: Anacreon wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. in der Stadt Teos an der Küste Kleinasiens geboren. Aufgrund der drohenden Perserkriege verließ er seine Heimatstadt und hielt sich zunächst am Hof des kunstliebenden Tyrannen Polykrates von Samos auf, später am Hof des Hipparchos in Athen. Dort lebte er als gefeierter Dichter und Lebemann und soll im hohen Alter gestorben sein.
Weitere gute Gedichte des Autors Friedrich von Hagedorn.
- An die Freude (II)
- Der Tag der Freude
- Die Küsse
- Der Morgen
- Die Alte
- Die Alster
- Der erste Mai
- Der Mai
Gedichte
Impressum
Datenschutz